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Rinnkogel

10. 7. 2021
Julia Höller, Andreas Zitterl, Vicky, Thomas Zitterl, Caro, Erwin
Wetter: heiter
Wegverlauf
Postalmstraße Mautstelle, 660m – Sulzaustube, 765m – Rinnkogel, 1823m – Sulzaustube - Postalmstraße Mautstelle
Höhenmeter: 1413m
Weglänge: 18km
Zeitaufwand: 7h (1 + 2 3/4 + 2 1/4 + 1)
Bewertung: ****: Abwechslungsreiche Tour auf einen tollen Aussichtsberg im Salzgammergut
Kondition: F: anspruchsvoll
Schwierigkeit: A-B/I-: Rinne zum Grat, ausgesetzte Querung oberhalb der Rinne und ein paar versicherte Stellen am Grat zum Gipfel
Gefährlichkeit: 5: steiler Wald bis zum Aussichtsbankerl auf 1080m <3; dann eine Querung auf 1120m 5; ein paar Querungen in die Rinne zum Grat 3-4; Rinne 4; Querung oberhalb der Rinne 5; am Grat einige Stellen 4
Frequentiertheit: c: ca. 30 Leute insgesamt am Gipfel an einem sonnigen Samstag
Bemerkungen: Keine Parkmöglichkeit bei der Mautstelle. Parkplätze entlang der Straße ca. 1km unterhalb der Mautstelle; oder 2km oberhalb (dann aber mautpflichtig).
Bericht
Andi und Julia verbrachten ein Wochenende am Attersee. Ein passabler Samstag war angesagt. Eine mittlere Tour wäre gerade richtig, aber auch nichts Fades. Ich schlug den Rinnkogel vor, den ich schon lange einmal gehen wollte. Andis Bruder Tommi sollte auch mitkommen. Um 8 Uhr frühstückten wir, damit wir um 9 Uhr abfahren konnten. Um 10 Uhr waren wir dann bei der Mautstelle der Postalmstraße angekommen. Dort gibt es allerdings keine Parkplätze. Daher mussten wir weiter unten am Straßenrand parken. Kurz später kam dann auch noch Tommi dazu und wir marschierten hinauf zur Unterberigeralm, von der man einen schönen Blick zum Sparber hat. Über die Felmayeralm gelangten wir dann hinunter zur Sulzaustube. Hier geht es nach einer Stunde Anmarsch erst so richtig los. Ein schöner Waldweg schlängelt sich aufwärts. Über einen Riedel gelangt man dann plötzlich zu einer Schlucht mit Wasserfällen: ein echter Beauty-Spot. Nach einer kurzen Pause ging es steil weiter in schütterem Hochwald zu einen Aussichtsbankerl mit Blick zum Braunedlkogel, wo wir wieder eine kurze Pause machten. Nach einer Querung nach Norden mit kurzen, etwas ausgesetzten Passagen führte der weitere Weg teilweise ziemlich matschig durch den Wald. Einige Leute stiegen bereits ab. Schließlich kamen wir hinaus auf eine Wiese zu einem Sattel mit Blick in eine wilde Felsrinne hinunter in den Werkstattgraben und hinüber zum Gamsfeld. Nach einer weiteren kurzen Pause querten wir weiter nach Osten oberhalb der Rinnstübl Jagdhütte vorbei, um dann in steilen Serpentinen nach Norden über einen Riedel das obere Kar zu erreichen. Konditionsschwächen machten sich bei manchen schön langsam bemerkbar. Durch schütteren Lärchenwald querten wir das Kar etwas absteigend. Von dort hat man schon einen Blick zur Aufstiegsrinne zum Grat und zum Gipfel. Es wurde immer heißer und der Weg führte nun ohne Schatten hinauf zur Rinne. Wieder kamen uns einige Leute im Abstieg entgegen. Es hatten sich schon einige Wolken gebildet. Vom Einstieg zur Rinne hat man einen ersten Blick zum Tennengebirge im Südwesten und über die gesamte Postalm. In der breiten Rinne stiegen wir entlang des Drahtseils auf, zuletzt über steile Stufen zum Grat. Der Blick zum Dachstein wird hier frei und nach Norden zu Wolfgangsee und Schafberg. Die Schlüsselstelle ist eine 15m lange Querung oberhalb der Rinne. Julia und ich gingen voran. Die anderen brauchten mehr Zeit, da schon etwas Konzentration gefordert war. Für Vicky und Erwin war es ihre schwierigste bisherige Tour. Vicky benützte Julias Klettersteigset um sich sicherer zu fühlen. Am weiteren Grat sind immer wieder kleinere Klettereien zu meistern. Um 14 Uhr 15 erreichten wir den Gipfel, wo wir die verdiente Rast und Jause genossen mit Blicken vom Toten Gebirge über Grimming und Dachstein, in die Tauern, zum Hochkönig und Untersberg bis zum Irrsee. Nach einem Sonnenbad begannen wir nach 15 Uhr den Abstieg. Dieser erforderte eine gewisse Konzentration. Unsere Wasserreserven gingen schön langsam zur Neige. Wir waren schon ziemlich durstig als ich mit Caro und Erwin als Vorhut zum Wasserfall kamen. Wir kühlten unsere müden Haxen in den Gumpen, bis die anderen nachkamen. Nachdem alle ihren Durst gelöscht hatten, setzten wir den Abstieg fort. Es war schon 18 Uhr 30, als wir die Sulzaustube passierten. Auf der Felmayeralm mussten wir den Kühen ausweichen, die sich auf dem Weg breit machten. Der Himmel war jetzt wieder wolkenlos und die Felsen des Rinnkogels leuchteten schon im Abendlicht. Eine Stunde später erreichten wir die Autos. Mit Pausen hatte der Abstieg genauso lang wie der Aufstieg gedauert. Kurz nach 20 Uhr waren wir wieder am Attersee, kühlten uns im frischen Nass ab und vertilgten das aufgelegte Grillgut ratzeputz.